Neue Lehrkräfteentgeltordnung Die GEW berät ihre Mitglieder

Dienstag, 21. Juni in Schwalbach und Mittwoch, 22. Juni in Rüsselsheim

EGO-L-H: Die GEW informiert ihre Mitglieder

 

Bei den folgenden Veranstaltungen informieren geschulte Kolleginnen und Kollegen aus der ehrenamtlichen Rechtsberatung der GEW-Kreisverbände Groß-Gerau und Main-Taunus über die neue Lehrkräfteentgeltordnung (EGO-L-H), die am 1.8.2022 in Kraft tritt. Wir stellen ausführliche Informationen und Unterlagen zur Verfügung und bieten eine individuelle Beratung für alle TVH-Beschäftigten und eine Hilfe bei der Formulierung der Anträge.

 

GEW-Kreisverband Main-Taunus:

Dienstag, 21. Juni, 15:00 bis 17:00 Uhr

Albert-Einstein-Schule, Ober der Röth 1, Schwalbach

 

GEW-Kreisverband-Groß Gerau:

Mittwoch, 22. Juni, 15:00 – 17:00 Uhr

Neues Gymnasium, Grundweg 6, Rüsselsheim

 

Die Veranstaltungen sind themengleich, so dass der Ort und Termin frei gewählt werden können.

 

Bitte bringen Sie zu dem Termin eine aktuelle Gehaltsbescheinigung mit, der die Entgeltgruppe und Entgeltstufe zu entnehmen ist.

 

Wenn Sie zu den Terminen nicht können, können Sie uns auch eine E-Mail schreiben.

 

Formlose Anmeldung: info@gew-gg-mtk.de

 

Eine individuelle Rechtsberatung ist der GEW wie anderen Verbänden nur für ihre Mitglieder gestattet. Deshalb bitten wir um Verständnis, dass sich diese Einladung ausschließlich an Kolleginnen und Kollegen richtet, die Mitglieder der GEW sind oder einer anderen Gewerkschaft im DGB, die in diesem Kontext der GEW beitreten oder als Personalräte in der GEW organisiert sind.

 

Jetzt Mitglied werden: https://www.gew.de/anmeldeformular

 

Jetzt ein neues Mitglied werben: https://www.gew.de/praemienwerbung

 

 

Am 1. August tritt die neue Lehrkräfte-Entgeltordnung in Kraft

Wie berichtet wird der Eingruppierungserlass für angestellte Lehrkräfte am 1.8.2022 (endlich!) durch  eine tarifvertragliche Regelung abgelöst, für die die GEW viele Jahre hartnäckig gekämpft hat. Jetzt gibt es endlich auch in Hessen – wie in allen anderen Bundesländern – eine Entgeltordnung für Lehrkräfte und sozialpädagogische Beschäftigte in der Unterrichtsunterstützung. Seit September 2020 hatten das Land Hessen und die GEW in insgesamt zehn Sitzungen über die Eingruppierung der rund 11.000 tarifbeschäftigten Lehrkräfte an Hessens Schulen verhandelt.  Der neue Tarifvertrag ist Bestandteil der am 15. Oktober 2021 unterzeichneten Tarifeinigung. Wie jeder Tarifvertrag ist auch der „Tarifvertrag über die Eingruppierung und die Entgeltordnung für die Lehrkräfte und die im Schuldienst unterrichtsunterstützenden Beschäftigten“ (TV EGO-L-H) ein Kompromiss. Anders als die bisherigen Richtlinien, deren Bezugsgröße noch der alte BAT ist, kann dieser Tarifvertrag nach Ende der jeweiligen Laufzeit wieder gekündigt und neu verhandelt werden. 

 

Inkrafttreten und Überleitungsregelungen

Der neue Tarifvertrag tritt mit Beginn des Schuljahrs 2022/2023 in Kraft. Für Beschäftigte, die ab dem 1. August 2022 beim Land Hessen neu eingestellt werden, gilt die neue  Entgeltordnung automatisch. Beschäftigte, die bereits am 31. Juli 2022 in einem Arbeitsverhältnis zum Land Hessen stehen, gilt die neue Entgeltordnung nur dann, wenn sie einen entsprechenden Antrag stellen. Dafür haben sie ein Jahr Zeit, also bis zum 31. Juli 2023 (Ausschlussfrist). Ein solcher Antrag kann frühestens am 1. August 2022 gestellt werden, und er wirkt auf den 1. August 2022 zurück.

 

Für viele Lehrkräfte und sozialpädagogische Beschäftigte in der Unterrichtsunterstützung sind mit der EGO-L-H Verbesserungen bei der Bezahlung verbunden - aber eben nicht für alle. Dass ein Antrag erforderlich ist, soll diejenigen schützen, für die eine automatische Überleitung in die neue Entgeltordnung, z.B. wegen einer möglicherweise niedrigeren Entgeltgruppe, von Nachteil wäre. Ohne Antrag verbleiben die Beschäftigten in ihrer bisherigen Entgeltgruppe.

 

Der folgenden unvollständigen und nicht amtlichen  Übersicht können Sie entnehmen, für welche Personen sich möglicherweise  Verbesserungen ergeben können. Mit einer Höhergruppierung können insbesondere Lehrkräfte an Grundschulen, Förderschulen, Haupt- und Realschulen und Gesamtschulen rechnen sowie Lehrkräfte an allen Schulen, die bisher in den Entgeltgruppen 5 bis 8 eingruppiert sind.

 

Lehrkräfte: Für wen kann es Verbesserungen geben?

  1. Lehrkräfte mit Lehramtsbefähigung in der Tätigkeit von Grundschullehrkräften
  2. Lehrkräfte mit wissenschaftlicher Hochschulbildung in der Tätigkeit von voll ausgebildeten Grundschullehrkräften
  3. Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis an Förderschulen, Hauptschulen und Realschulen (Zahlung einer Anpassungszulage)
  4. Lehrkräfte mit Erstem Staatsexamen an Förderschulen, Hauptschulen und Realschulen
  5. Lehrkräfte in der Tätigkeit von voll ausgebildeten Lehrkräften, die keine Lehramtsstudierenden mehr sind und derzeit nach EG 5, EG 6 oder EG 8 bezahlt werden (Zugang zu einer Höhergruppierung um bis zu vier Entgeltgruppen)
  6. Lehramtsstudierende  in der Tätigkeit von voll ausgebildeten Lehrkräften an Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen
  7. Lehrkräfte im herkunftssprachlichen Unterricht, die eine zweijährige Weiterbildung für das Fach Ethik absolviert haben und Ethik mit mindestens 25 Prozent der Pflichtstunden unterrichten
  8. Lehrkräfte an Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen (Eingruppierung wie Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Schulen)

 

Unterrichtsunterstützende sozialpädagogische Arbeit

  1. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die eine Klasse leiten oder in der Grundstufe einer Förderschule unterrichten
  2. Erzieherinnen, Erzieher und Gesundheitsfachkräfte in der EG 8
  3. Erzieherinnen, Erzieher und Gesundheitsfachkräfte an Förderschulen in der EG 9b
  4. Heilpädagoginnen und Heilpädagogen an Förderschulen

 

Die Forderung der GEW, dass UBUS-Kräfte entsprechend ihrer Qualifikation und der Ausschreibung ihrer Stellen bei entsprechender Qualifikation und Bewährung in die EG 11 aufsteigen können, konnte in den Verhandlungen noch nicht durchgesetzt werden. Hier sollen zunächst 16 Stellen für die Übernahme von Koordinationsaufgaben im Schulverbund geschaffen werden, die nach  EG 11 eingruppiert werden. In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, für zusätzliche Koordinationsstellen zu kämpfen.